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Dienstag, 19.10.21 - Sonntag, 14.11.21

Die unterschätzte Horizontale

Gesimse finden sich überall. Beginnt man nach ihnen Ausschau zu halten, wirkt ihre Omnipräsenz beinahe irritierend. Fenster, Türen, Decken, Spiegel und Wandverkleidungen aus allen Jahrhunderten weisen an ihren Rändern kunstvolle Profile auf. Die Trauflinie jeder Stadtstrasse stellt ein Sammelsurium von Gesimsen in verschiedensten Ausgestaltungen und Materialien dar. Doch damit nicht genug: Autos, Kleidung, Möbel und Haushaltsgegenstände weisen ihre eigenen gesimsartigen Elemente auf. Streifen, Bänder und Linien aus Farbe wirken wie Gesimse, wenn sie Artefakte unterschiedlichster Art einrahmen oder krönen. Und dennoch werden sie leicht übersehen. Sie erfahren weitaus weniger Aufmerksamkeit in der Architektur, Kritik und Theorie als beispielsweise Säulen und deren klassischen Ordnungen. Aus diesem Grund wird dieses unterschätzte architektonische Element in einer Ausstellung in der Graphischen Sammlung ETH Zürich einer Neubewertung unterzogen. Das Gesims erhält dort seinen längst überfälligen grossen Auftritt. Die gemeinsam von der Graphischen Sammlung ETH Zürich, Dr. Linda Schädler, und der Professur für Geschichte und Theorie der Architektur ETH Zürich, Prof. Dr. Maarten Delbeke, organisierte Ausstellung wird sich mit den zahlreichen Erscheinungsformen des Gesimses in Kunst und Architektur beschäftigen.