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Ausstellung / Galerie
Freitag, 24.06.22, 10:00 Uhr

Estorbo

Aus ihren Recherchen in der Grenzregion zwischen San Antonio del Táchira, Venezuela, und San José de Cúcuta, Kolumbien heraus, wo sich die Künstlerin zwischen 2017 und 2019 wiederholt aufgehalten hatte, entfaltet Margolles eine tiefgreifende Narrative, die sich mit den Schauplätzen und Folgen erzwungener Migration auseinandersetzt. Zentrale Themen aus ihrem Gesamtwerk, wie Gewalt, Armut und Diskriminierung, werden auf fundamentale Ursprünge zurückgeführt- und zwar anhand eines lokalen Konflikts, der repräsentativ für die globalen Spannungen im Zusammenhang mit Migration und unserem aktuellen Weltgeschehen stehen kann. Gezeigt wird eine raumgreifende Installation mit Objekten und fotografischen Arbeiten, eine monumentale Wandinstallation, eine Videoarbeit, sowie eine Bildprojektion. Mehr als 6 Millionen Menschen haben gemäss einer Studie der UNO seit 2013 bis heute Venezuela verlassen, um in den benachbarten Ländern und in anderen Weltregionen Zuflucht zu finden. Ungefähr ein Drittel der Venezolanischen Flüchtlinge siedelt sich in Kolumbien an, während nur wenige auf ihrer Reise die offizielle Grenzbrücke Simón Bolívar passieren. Wer die Gebühren nicht bezahlen und keine entsprechende Genehmigung vorlegen kann, wählt den alternativen Weg, entlang der illegalen Fluchtrouten, der sogenannten "Trochas". Diese gelten als gefährlicher Ort, der von einem Kreislauf aus illegalen Machenschaften und zunehmendem Elend geprägt ist. In Cúcuta angekommen, ist es fast unmöglich eine Anstellung zu finden und sowohl Männer als auch Frauen übernehmen schwere manuelle Arbeiten, um sich mit Grundgütern wie Lebensmittel und Medikamenten versorgen zu können. Seit 2017 entwickelte Margolles in der Gegend um Cúcuta und in La Parada – dem Grenzsektor am Ende der SimónBolívar-Brücke – eine Reihe von Projekten mit den Mitgliedern der Venezolanischen Gemeinschaft vor Ort, um den Zusammenhalt und das eigene Identitätsbewusstsein der Teilnehmer*innen zu stärken.

Veranstaltungsort

Galerie Peter Kilchmann
Zahnradstrasse 21
8005 Zürich
info@peterkilchmann.com